Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir freuen uns sehr, Sie nach den Unannehmlichkeiten der Coronapandemie wieder einmal physisch in der Messe Basel begrüssen zu dürfen.

Auch in Basel stellt sich die Frage zu Orthopädie quo vadis mehr denn je. Die Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsparates haben an den öffentlichen Institutionen der Region in den letzten Jahren unruhige Zeiten erlebt. Die Gründe hierzu sind mannigfach, aber sie fussen nicht zuletzt auf der unterschiedlichen Interessenslage der an der Universität Basel beteiligten Halbkantone. So scheiterte die Fusion zwischen dem Kantonsspital Baselland und dem Universitätsspital Basel, welche u.a. die öffentliche Orthopädie beider Halbkantone hätte stärken sollen, an der Urne in Basel-Stadt. In der Folge sind viele Kolleginnen und Kollegen in die blühende Privatwirtschaft abgewandert. So erstaunt es nicht, dass die Gesundheitsregion Basel einer der höchsten Dichte von Orthopädinnen und Orthopäden im schweizweiten Vergleich aufweist. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Weiterbildung an den öffentlichen Institutionen. Gerade die einfacheren, standardisierten Fälle werden zunehmend in der Privatwirtschaft versorgt, wobei sie gleichzeitig zur Weiterbildung unseres Nachwuchses benötigt würden. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussionen zu diesem Thema, die uns sicher neue Denkanstösse geben werden.

Persönlich freue ich mich auch sehr auf das zweite Hauptthema, das den versicherungsmedizinischen Konflikt Trauma versus degenerativ beleuchtet. In meiner schulterorthopädischen Tätigkeit ist das Thema allgegenwärtig und sorgt teilweise für erhitzte Gemüter. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass wir in Basel alle Stimmen zu Wort kommen lassen können, um so den unbedingt benötigten Dialog zwischen Klinik und Versicherungsmedizin zu fördern.

Trotz des intensiven Kongressprogrammes sollten sie sich etwas Zeit gönnen, um die Stadt Basel näher kennenzulernen. Ein Spaziergang am Kleinbasler Rheinufer, mit Blick auf die schöne Altstadt des Grossbasels, ist sehr zu empfehlen. Je nach Temperatur ist auch das Rheinschwimmen sehr empfehlenswert. Lassen Sie sich durch die Strömung vom Einstieg am Tinguely Museum bis zum Ausstieg nach der mittleren Brücke gemütlich treiben.

Geniessen Sie Ihre Zeit bei uns in Basel.

Herzlich grüsst Sie Ihr Ortspräsident.

Prof. Dr. med. Andreas Müller